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Wir leben in einer Welt, in der Krieg herrscht. Ist es realistisch, auf Weltfrieden zu hoffen?
Als Kind habe ich die Vorstellung von "Weltfrieden" geradezu geliebt, es war ein großartiger Gedanke. Als ich dann anfing, um die Welt zu reisen, und vielen Menschen begegnete, erkannte ich, dass es so etwas gar nicht gibt. In all den Jahren habe ich nichts Greifbares gefunden, das ich als "die Welt" hätte bezeichnen können. Es ist also nicht die Welt, die eine Korrektur braucht, es sind die Menschen. Wenn die Menschen in sich Frieden erfahren, dann wird es Frieden auf der Welt geben. Doch im Moment sind die Menschen vom Krieg fasziniert.

Warum führen die Menschen Krieg?
Krieg beginnt mit Verleugnung. Eine Gruppe kommt zu dem Schluss, dass ihr Anliegen Vorrang hat und das der anderen Gruppe nicht existiert. Anliegen treten in den Vordergrund, und Menschen bedeuten nichts mehr.

Menschen führen Krieg, weil sie ihrem Anliegen größere Berechtigung zumessen als dem menschlichen Leben. In ihren rationalen Überlegungen haben sie den Wert eines Menschenlebens herabgesetzt. Als die Vorstellung aufkam, dass ein Anliegen wichtiger sein könnte als das menschliche Leben, fiel alles aus dem Gleichgewicht, und seitdem ist es immer schlimmer geworden. Die Menschen werden immer dann Krieg führen, wenn sie nicht verstehen, was das Leben ist. Denn im Krieg wird Leben vergeudet. Krieg spielt sich nicht nur auf dem Schlachtfeld ab. Auch zu Hause, ohne Krieg, vergeuden wir Leben.

Viele Humanisten, Philosophen und Staatsmänner haben zum Ausdruck gebracht, dass der Krieg in den Köpfen der Menschen beginnt. Würden Sie dem zustimmen?
Ein Weltkrieg kann sich harmlos ausnehmen im Vergleich zu der Schlacht, die in einem Menschen tobt. Lebenszeiten werden in dieser Schlacht zerstört, kostbare Augenblicke geopfert; es kann zu völliger Vernichtung kommen. Der Kampf im Innern ist die größte Schlacht. Wir müssen mit uns selbst in Frieden leben, denn auf unserem eigenen Schlachtfeld wird das "Ich" vernichtet.

Die innere Unrast hindert uns daran, echten Frieden zu finden. Solange im Innern kein Frieden herrscht, wird außen immer Krieg sein. Wenn der Körper keine Ruhe findet, ist das sicher quälend, aber weit schlimmer ist die Qual, die aus der Ruhelosigkeit des Herzens kommt. Sie ist das Schlimmste, was es gibt. Und doch erträgt das Herz dieses Elend schon seit langer, langer Zeit.

Wie kommt es, dass wir, jeder Einzelne, den Frieden verliert?
Jedem von uns folgt auf Schritt und Tritt ein unsichtbarer Dieb. Was tut dieser Dieb? Er raubt uns aus. Keine Tür, kein Schloss, keine Alarmanlage kann ihn aufhalten. Dieser Dieb stiehlt weder Geld noch Kleidung. Er raubt uns das Wertvollste, was wir haben. Er raubt uns die Freude, den Frieden, die Zufriedenheit. Er raubt uns das Verständnis. Er beraubt uns all dessen, was wichtiger ist als alles andere.

Wenn wir sagen: "Ich will Frieden in meinem Leben, aber … ich werde mich später darum kümmern", dann öffnen wir diesem unsichtbaren Dieb Tür und Tor. Das ist sein Signal. Er muss nur hören: "Nicht jetzt", und der Dieb weiß: "Hier ist jemand, den ich ausrauben kann, weil er das Kostbarste, was er hat, nicht schützt. Er vergeudet es. Er wirft es weg." Und im selben Moment raubt er uns, was für uns das Wichtigste ist.

Hat jeder den angeborenen Wunsch, Frieden zu suchen und zu erfahren?
Jeder trägt etwas in sich, das sich nach Frieden sehnt. Im absoluten Chaos gibt es eine Sehnsucht nach Frieden. Im Misstrauen gibt es eine Sehnsucht nach Vertrauen. Wenn wir leiden, sucht etwas in uns nach einem Hoffnungsschimmer, nach Linderung.

Ein Mensch muss lieben — lieben und Liebe spüren. Die Frage ist nur: Was wird die Quelle dieser Liebe sein? Ein Mensch muss vertrauen. Aber was wird die Quelle dieses Vertrauens sein? Worauf kann man vertrauen, was ist vertrauenswürdig und bietet die Hilfe, die man in seinem Leben braucht? Genauso wenig besteht ein Zweifel daran, dass der Mensch Frieden braucht. Daran ist tatsächlich nichts zu ändern. Es ist ein Durst, der allen Menschen angeboren ist. Die Frage ist nur: Was wird die Quelle dieses Friedens sein?

Wie kann man den Frieden verstehen lernen, von dem Sie sprechen?
Frieden braucht man nicht im Kopf, man braucht ihn im Herzen. Verstand und Intellekt können den Frieden nicht erfassen. Sie haben eine andere Aufgabe.

Freude, Frieden und wahres Glück sind nicht Sache des Denkens. Sie können nur gefühlt werden. Am Leben zu sein birgt ein Gefühl. Es gibt keine Erklärung dafür. Man muss dahin kommen, dass man es fühlt — denn dort ist Trost, dort ist Freude, dort ist Zufriedenheit. In diesem Fühlen müssen wir unser Leben leben. Wir meinen eine Erklärung dafür zu brauchen, was Frieden ist. Doch Frieden kann man nicht erklären, man kann ihn nur fühlen.

Erfüllung ist etwas, das man fühlen muss. Wenn wir erfüllt sind, sagt etwas in uns: "Ja, ich bin erfüllt." Einem Durstigen werden auch tausend Bilder von anderen, die Wasser trinken, nichts nützen. Er muss selbst Wasser trinken.

Wo kann man Frieden finden?
Er liegt in jedem Einzelnen. Und es ist an jedem Einzelnen zu sagen: "Ich will Frieden in meinem Leben." Die Gesellschaft hat keinen Frieden. Die Gesellschaft gibt es nicht, Regierungen gibt es nicht — es gibt nur Menschen. Frieden ist etwas Einfaches. Jeder Einzelne kann ihn fühlen. Wenn wir vergessen, was es heißt, in Frieden zu leben, und zu Patentrezepten greifen, um Frieden herbeizuführen, dann haben wir ein Problem.

Ich spreche über Frieden im Innern — meinen Frieden — nicht äußeren Frieden. Viele Menschen glauben, Frieden werde sich einstellen, wenn sie jedes Detail in ihrem Leben unter Kontrolle haben. Doch dazu wird es nicht kommen. Das steht nicht in ihrer Macht. Niemand ist in der Lage, alles zu verstehen und zu beherrschen. Ich kann nur eins tun: mich selbst verstehen.

Suchen Sie Frieden im Innern. Selbst wenn alle anderen Kriege enden — solange der Krieg in uns weitertobt, werden wir nicht in Frieden leben. Und wenn wir in Frieden mit uns selbst leben, dann haben wir Frieden, auch wenn um uns Krieg ist.

Es gibt ein Lächeln, das durch nichts getrübt werden kann. Dieses Lächeln kommt aus einer solchen Tiefe des Friedens und das Feierns, dass nichts in der Welt es rauben kann. Dieses Lächeln kann jeder von uns lächeln. Der Frieden, der dort im Herzen wohnt, ist der einzige Frieden, der genügt.

Ist innerer Frieden möglich in einer Welt, in der Krieg herrscht?
In unserem Innern spielt eine Symphonie. Wir können uns dieser Möglichkeit bewusst werden. Denn genau das ist es: eine Möglichkeit. Es ist möglich, erfüllt zu sein, inneren Frieden zu erfahren. Es ist möglich, den Wert jedes Atemzugs zu verstehen, die Sehnsucht nach Leben ernst zu nehmen. Es ist möglich, Schmerz in Dankbarkeit zu verwandeln und Zweifel in Wissen. Es ist möglich, alle Fragen in eine Antwort zu verwandeln. Eine Antwort. Was für eine Antwort? Die eine Antwort, zu der es keine Frage gibt.

Was kann ein Mensch tun, damit Frieden in seinem Leben wahr wird?
Inneren Frieden kann man nicht herstellen oder erfinden. Es geht darum, den Frieden zu enthüllen, der schon da ist. Es geht eher darum, etwas wegzulassen. Man lässt alles andere weg, und der Frieden kommt zum Vorschein, weil er schon da ist, in uns allen. Wann stellt sich Freude ein? Wenn wir aufhören, all die anderen Dinge zu tun, fühlen wir Freude, denn Freude ist von Natur aus in uns. Frieden und Freude sind von Natur aus in uns, und wenn wir versuchen, sie herbeizuführen, entfernen wir uns nur weiter davon.

Wie sieht der Frieden aus, den Sie zu entdecken helfen?
Inneren Frieden zu finden, ohne einen Katalysator — einfach sich selbst zu finden — das biete ich an. Nichts anderes. Viele erwarten, dass sie ein vollkommener Mensch werden, wenn sie Frieden finden. Dem ist nicht so. Jeder von uns ist schon ein vollendeter Mensch. Wir könnten gar nicht vollendeter sein. Es gibt nichts, was einen Menschen verschönern würde. In Menschen, die völlig aus der Fassung waren, habe ich Frieden gesehen. In den hasserfülltesten Menschen habe ich Liebe gesehen.

Wenn wir an diesem Punkt der Echtheit, der Zufriedenheit sind, dann ist Frieden da, dann ist Freude da. Das muss man akzeptieren. Ich helfe anderen zu verstehen, dass es Hoffnung gibt und dass das Leben einen tieferen Sinn hat als all die Banalitäten, in denen wir gefangen sind. Ich weise darauf hin, dass die Erfüllung unserer Bedürfnisse, die wir unser Leben lang gespürt haben, schon immer in unserem Innern lag. Wenn wir Frieden suchen, müssen wir im Innern danach suchen.

Und genau hierbei kann ich helfen. Ich zeige, wie man sich nach innen wenden und dort Frieden finden kann. Ohne diesen Bezug wäre, was ich sage, nur eine Philosophie. Es wäre bedeutungslos — viele schöne Worte, aber ohne Bedeutung. Was ich anbiete, ist ein praktischer Weg, inneren Frieden zu erfahren.

Dies ist eine Gelegenheit. Es ist ein Geschenk. Man kann es nicht kaufen oder verkaufen. Ich behaupte nicht, ein Prophet zu sein oder dieses oder jenes. Aber wenn Sie Frieden in Ihrem Herzen wollen, wenn Sie Freude in Ihrem Herzen wollen, dann biete ich das Handwerkszeug an, um sich nach innen zu wenden, die Verbindung herzustellen und zu fühlen.

Ich besitze die Gabe, das Privileg, diese Möglichkeit anbieten zu können — die Möglichkeit, Ruhe, Freude und Frieden zu erfahren. Es spielt keine Rolle, wie Sie es nennen. Man kann es nicht einordnen. Nennen Sie es ruhig "einfach". Einfach ist am besten. Jeder Mensch hat die Gabe, diesen Frieden zu fühlen.

Erzählen Sie uns mehr über Frieden.
Wenn ein Mensch wirklich erkennt, dass Wahrheit und Glück in seinem Leben fehlen, dass Frieden fehlt, dann beginnt in seinem Innern ein Feuer zu lodern. Das Verlangen nach Frieden brennt wie Feuer — nicht im Kopf, sondern im Herzen dieses Menschen. Er macht sich auf die Suche.

Suchen Sie den Durst. Der Durst in uns treibt uns in die richtige Richtung. Das brauchen wir — die Wiederentdeckung der Leidenschaft für Freude. Lassen Sie das die treibende Kraft sein.

Wenn das Leben sich erfüllt anfühlt, wenn der Atem nicht verschwendet wird, offenbart sich Güte. Güte fließt aus einem Herzen voller Freude. Dann hält Frieden in unserem Leben Einzug. Dann finden wir die Lösung für unsere Probleme. Nicht in dem Sinne, dass unsere Probleme auf der äußeren Ebene gelöst werden. Doch wir finden in unserem Innern eine Einfachheit voller Glanz.

   
     
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